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Nov 19

Haie in Nidderau – Ein Vortrag mit Biss

Über 150 interessierte Besucher fanden sich am 15. September 2012 in der Willi-Salzmann-Halle ein, als unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Gerhard Schultheiß der Vortrag „Räuber, Monster, Menschenfresser“ stattfand.

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Gerhard Wegner, Präsident der Haischutzorganisation und an diesem Abend Referent, moderierte den Multimediavortrag.
Die begrüßenden Eingangsworte des Abends übernahm Jörg Blättermann, Organisator der Veranstaltung und Tauchlehrer im ortsansässigen Tauchverein HLTC Nidderau e.V..
Anschließend hieß Bürgermeister Gerhard Schultheiß in seiner Rolle als Schirmherr die Zuschauer in Nidderau willkommen und unterstrich die Wichtigkeit des Natur- und Umweltschutzes.
Die Sponsoren Tauchfachgeschäft Aquanaut aus Frankfurt und Zini‘s Atemschutzwerkstatt aus Oberdorfelden präsentierten große und kleine Dinge aus der Taucherwelt in entspannter Atmosphäre bei Brezeln und Getränken.
Danach zog Sharkproject-Referent Gerhard Wegner sein Publikum mit interessanten Anekdoten, informativen Fakten und spektakulären Bildern in seinen Bann.

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Zunächst analysierte Gerhard Wegner, woher die allgemein vorherrschende Angst vor Haien eigentlich kommt. Zum einen bedient der Hai das Schema der Urängste der Menschen; zum anderen und dabei wesentlich größeren Teil werden diese Ängste durch Erziehung verstärkt. Dabei spielt die Darstellung des Hais in den Medien eine wesentliche Rolle.
So ist es z.B. medienwirksamer über einen Haiunfall zu berichten als über einen Menschen, der von einer herabfallenden Kokosnuss getötet wurde. Dabei geschieht Letzteres wesentlich häufiger. Und sollten Sie schon einmal im Lotto gewonnen haben, dann werden Sie bestimmt nicht mehr von einem Hai gebissen – denn diese Wahrscheinlichkeit ist rein statistische gesehen noch geringer, so die Aussage von Gerhard Wegner.
Wenn man über Haie spricht, erklärte der Präsident von Sharkproject e.V., dann kann man nicht alle Lebewesen dieser Artenbezeichnung über einen Kamm scheren. Es gibt Haie, die nur zehn Zentimeter groß sind und solche, die rund 14 Meter groß werden können und sich ausschließlich von Plankton ernähren.
Der „menschenfressende Hai“ passt da so gar nicht ins Bild. Zumal – so erfuhr das interessierte Publikum – der Mensch nicht ins Beuteschema der räuberisch lebenden Haie passt. Bei allen dokumentierten Haiunfällen wurde nie ein Mensch komplett aufgefressen. In der Regel lässt der Hai eine „Beute“ Mensch spätestens nach dem sog. Gaumenbiss wieder los. Mit dem Gaumenbiss testet das Tier, ob es eine schmackhafte Beute vor sich hat oder nicht. Wer in dieser Situation in der Lage ist, Ruhe zu bewahren, hat große Chancen diese Begegnung nahezu unbeschadet zu überstehen.

Gerhard Wegner erläuterte auch die wichtige Rolle des Topräubers Hai im Ökosystem Meer, der einem enorm hohen Fangdruck durch den Menschen ausgesetzt ist.
Im Grunde genommen ist es wie mit den Raubtieren an Land: Fällt der Haupträuber (wie z.B. die Wölfe in den einheimischen Wäldern oder der Löwe in den Steppen Afrikas) weg, vermehren sich seine üblichen Beutetiere sprunghaft. Ihr erhöhter Nahrungsbedarf dezimiert Lebewesen der nachfolgenden Stufe der Nahrungskette bis sie gänzlich verschwinden. Ein ganzes Ökosystem kollabiert.
Beim Ökosystem Meer wäre auch der Mensch davon betroffen. Jeder zweite Atemzug Sauerstoff, den wir einatmen, wir von den Photosynthese betreibenden Pflanzen im Meer produziert. Somit ist Haischutz gleich Meeresschutz und Meeresschutz gleich Umweltschutz.

Drei wichtige Erkenntnisse konnten sie Zuschauer in der Willi-Salzmann-Halle aus dem Vortrag mit nach Hause nehmen:
1. Haie fressen keine Menschen
2. Haischutz ist gleichzeitig auch Umweltschutz
3. 34.000 Haie sind in den vergangenen zwei Stunden von Menschen getötet worden

Ein Dank an dieser Stelle an die zahlreich erschienen Zuschauer, deren Eintrittsgelder zu 100% als Spende an Sharkproject e.V. gehen; an den Schirmherrn, Gerhard Schultheiß, der mit seiner Anwesenheit die Wichtigkeit der Veranstaltung unterstrich; an die beiden Sponsoren, deren Unterstützung den Vortrag ermöglichte; sowie an den Organisator Jörg Blättermann, der in Zukunft vielleicht wieder eine Veranstaltung zusammen mit Sharkproject e.V. für das interessierte Publikum in Nidderau ermöglichen kann, in dem die Gründe für das zahlreiche Töten von Haien durch den Menschen unter die Lupe genommen werden wird.